
Rückforderung von Glücksspielverlusten: OLG Köln bestätigt Erstattungspflicht für illegale Anbieter

Ein aktueller Beitrag der Kanzlei Cocron beleuchtet anhaltende Gerichtsentscheidungen, die Spielern die Rückforderung von Nettoverlusten bei nicht lizenzierten Online-Glücksspielanbietern wie Tipico ermöglichen, sofern diese vor dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 tätig waren.
Das Oberlandesgericht Köln hat am 16. Januar 2026 ein Urteil des Landgerichts Aachen bestätigt und einen Anbieter zur Erstattung von rund 25.600 Euro verpflichtet, weil die zugrunde liegenden Verträge nach dem GlüStV 2012 unwirksam waren.
Hintergrund der rechtlichen Auseinandersetzungen
Spieler, die vor 2021 bei Anbietern ohne deutsche Lizenz eingezahlt haben, stützen ihre Ansprüche auf die damalige Rechtslage, wonach solche Verträge nichtig waren, und Gerichte prüfen diese Fälle weiterhin auf Basis nationaler Vorschriften, während europarechtliche Fragen parallel verhandelt werden.
Beobachter merken an, dass die Zahl der eingereichten Klagen seit 2022 gestiegen ist, und die Verfahren konzentrieren sich auf Nettoverluste, also Einzahlungen abzüglich ausgezahlter Gewinne.
Das Kölner Urteil und seine Begründung
Das Oberlandesgericht Köln wies die Berufung des Anbieters zurück und stellte fest, dass die Verträge unter dem GlüStV 2012 ungültig blieben, sodass eine Rückzahlungspflicht besteht, und diese Entscheidung reiht sich in eine Serie ähnlicher Urteile ein, die Spielern in vergleichbaren Konstellationen zum Erfolg verholfen haben.
Das Gericht bezog sich dabei auf die damalige Verbotslage und bewertete die Geschäftspraktiken als nicht mit geltendem Recht vereinbar, während es die Höhe der Forderung auf Basis eingereichter Nachweise festlegte.
Europäische Dimension und der Fall C-440/23
Der Europäische Gerichtshof verhandelt seit einiger Zeit den Fall C-440/23, dessen Urteil am 16. April 2026 ergangen ist und die Vereinbarkeit des deutschen Online-Glücksspielverbots mit EU-Recht prüfte, und dieses Verfahren beeinflusst laufende sowie zukünftige nationale Entscheidungen maßgeblich.
Rechtsexperten verfolgen die Auswirkungen genau, weil eine europäische Klärung die Handlungsmöglichkeiten für Spieler und Anbieter in Deutschland weiter definieren könnte, und im Juni 2026 liegen erste Bewertungen der Folgen bereits vor.

Verjährungsfristen und der Zeitdruck bis Ende 2026
Die absolute Verjährungsfrist für Verluste aus dem Jahr 2016 läuft Ende 2026 ab, weshalb Betroffene ihre Ansprüche rechtzeitig geltend machen müssen, und die Kanzlei Cocron weist in ihrem Beitrag ausdrücklich auf diese Frist hin, um Spieler auf die Notwendigkeit eines zügigen Handelns aufmerksam zu machen.
Wer bis dahin keine Klage eingereicht hat, verliert in der Regel die Möglichkeit zur Rückforderung, und Gerichte prüfen in Einzelfällen, ob Ausnahmen greifen, während die Frist selbst unverändert bleibt.
Auswirkungen auf Spieler und Anbieter
Die Urteile schaffen für Spieler, die vor 2021 bei Anbietern wie Tipico gespielt haben, neue Perspektiven zur Rückgewinnung von Mitteln, und gleichzeitig sehen sich ehemalige Betreiber mit steigenden Forderungen konfrontiert, die sie auf Basis der alten Rechtslage abwehren müssen.
Rechtsanwälte berichten von einer Zunahme der Beratungsgespräche in diesem Bereich, und die Verfahren erfordern detaillierte Nachweise über Ein- und Auszahlungen, sodass die Erfolgsaussichten von der Qualität der Dokumentation abhängen.
Schlussfolgerung
Die Entwicklung rund um die Rückforderung von Glücksspielverlusten zeigt, dass nationale Gerichte weiterhin auf Basis des GlüStV 2012 entscheiden, während der EGH-Fall C-440/23 bereits entschieden ist und die Verjährungsfrist für 2016-Verluste Ende 2026 abläuft, und Spieler sollten diese Fristen im Blick behalten, um ihre Ansprüche gegebenenfalls durchzusetzen.